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Orts- und Salzgeschichte von Bad Aussee
Die Geschichte des Ausseer Lands - und da speziell von Bad Aussee - war stark vom Salzwesen geprägt. Vermutlich gegen Ende des 13. Jahrhunderts bekam der Ort das Marktrecht verliehen. Pest, Brände, Reformation und Gegenreformation brachten Rückschläge in der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung des Ortes.

In der Steiermark ist eine Salzgewinnung seit 931 n. Chr. nachweisbar. 1147 bekamen die bergbaukundigen Zisterziensermönche von Rein bei Graz zwei Salzpfannen bei Altaussee und bereits fünfzig Jahre später fanden sie auch das reiche Hauptsalzlager an der Ostseite des Sandlings, das sie jedoch dem Landesfürsten abtreten mussten. Aus den Laugkammern schöpften die Männer eine vollgrädige Salzlösung, die in holzbeheizten Pfannen aus geschmiedeten Blechen eingedampft wurde. Der Salzrückstand kam in Trockenkammern und schließlich auf dem Rücken zahlreicher Saumpferde zu den Salzniederlagen Lauffen, Rottenmann, Schladming und Bruck/Mur bis in die Südsteiermark. Säumer brachten es auf Bergpfaden über die Tauern nach Kärnten.

Die Arbeiter in diesem Salinenbereich scheinen schon im 14. Jahrhundert als „Hallinger“ auf, und in einer Urkunde von 1334 sind bereits Vereinbarungen mit einer Hallinger-gewerkschaft erwähnt. 24 Personen besaßen damals eigene Dörrhäuser und erbliche Arbeitsrechte an den landes-fürstlichen Pfannen. Dadurch erreichten die Hallinger bald grossen Wohlstand.

Im 15. Jahrhundert bemächtigte sich Kaiser Friedrich III. des Salzberges und löste die Hallinger ab. Diese verschwanden, aber den Bewohnern von Aussee wurde die erbliche Anstellung als Arbeiter im Sandling garantiert.

Im 16. Jahrhundert wurde die Saline Aussee ein landesfürstlicher Monopolbetrieb. Ein aus einer Vitrine des Steinbergmuseums/Altaussee entnommenes Zitat lautet folgendermaßen: „Den Salinenbetrieb hat am Ende des Mittelalters ein hoher Beamter mit der Bezeichnung „Verweser“, gemeinsam mit seinem Stellvertreter, dem „Gegenschreiber“ geleitet. Weiters gab es einen Bergmeister, zwei Pfannenmeister und den Mautner, der für den Salzverkauf verantwortlich war. Der Kammerhof in Bad Aussee war das Amtshaus mit mehreren Räumen im 1. Stock und einer Rechnungsstube im Erdgeschoß, wo die Salzarbeiter jeweils den Wochenlohn bekamen.“ Diesem Kammerhof unmittelbar benachbart ist das „adelige Freihaus“ mit der Anschrift 8990 Bad Aussee, Chlumetzkyplatz 2, welches Schwerpunkt dieser Diplomarbeit ist. Der Begriff „Freihaus“ leitet sich von der kaiserlichen Verleihung des „Titels“ ab, ein steuerfreies Haus zu sein. Es wird aber im Folgenden als „Hofer-Haus“, benannt nach seinem heutigen Eigentümer, Herrn Dr. Konrad Hofer, bezeichnet. Es stand als „adelige Behausung“ des Salzverwesers und seiner Familie in direktem Zusammenhang mit seinem Amtsgebäude, dem Kammerhof.

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