Im Buch von Franz Hollwöger „Das Ausseer Land“ werden folgende Verweser als Eigentümer des Hofer-Hauses (Freihaus Nr. 2) explizit genannt, wobei nicht immer hervorgeht, wann das Haus erworben wurde. Die Amtszeit muß nicht ident sein mit der Dauer des Besitzes:
- Wilpold Storch, 1499 1514 2. Verweser neben Hans Herzheimer. 1511 Laut Zitat S. 74 wohnt Wilpold Storch im Freihaus
- Ulrich Storch, 1514 1519 2. Verweser neben Hans Herzheimer. 1519 1523 1. Verweser
- Christoph von Praunfalk, 1521 1523 2. Verweser neben Ulrich Storch. 1523 1545 1. Verweser. 1533 Kauf des Hofer-Hauses von Ulrich Storch. 1546 Laut Zitat S. 74 wohnt die Witwe Praunfalk im Hofer-Haus
- Balthasar von Kriechbaum, 1623 1646 1. Verweser
- Hans Matz, 1646 1662 1. Verweser. 1660 Kauf des Hofer-Hauses von Kriechbaums Sohn
- Peter Bonaventura Crollolanza, 1662 1671 1. Verweser. 1667 Kauf des Hofer-Hauses von der Witwe Matz
Zwei der bedeutendsten Verweser von Bad Aussee sollen besonders hervorgehoben werden: Hans Herzheimer und Christoph von Praunfalk.
Hans Herzheimer wurde 1465 in Bayern geboren. Mit 15 Jahren begann er ein kriegerisches Wanderleben, das ihn schließlich in die Dienste Kaiser Friedrich III. und Kaiser Maximilian I. führte. Maximilian I. verlieh ihm 1494 in Anerkennung seiner Verdienste das hohe und einträgliche Amt des Salzverwesers von Aussee. Herzheimer verdoppelte die Einnahmen aus dem Salzverkauf. Er wird als Mann geschildert, der sich durch Fleiß, Geschicklichkeit und Lauterkeit der Sitten hervortat, ein Wächter der Gerechtigkeit und ein unbestechlicher Richter war. Während seiner Amtszeit kam Kaiser Maximilian I. zu Besuch nach Aussee (siehe Zitat S. 74).
Christoph von Praunfalk wurde wenige Jahre nach Herzheimer 1. Verweser von Aussee. Er wurde mit umfassenden Rechten ausgestattet: er hatte in Gerichts-, Polizei-, Religions- und anderen administrativen Fragen zu entscheiden. Christoph von Praunfalk machte sich um die Neuordnung der Saline im Sinne straffer und sparsamer Wirtschaft beim Salzwesen sehr verdient.
Die Bedeutung der beiden Persönlichkeiten drückt sich heute noch bildhaft an deren hochwertig bearbeiteten Grabplatten in der Pfarrkirche Bad Aussees aus.
Die Holznot erzwang im 18. Jahrhundert eine Umstellung auf Torf- und nach 1878 auf Braunkohlenfeuerung. Die Säumer verschwanden nach und nach von den Bergpfaden, weil bessere Straßen einen Schwertransport mit Pferdewagen ermöglichten, aber auch für diese Salzführer kamen mit dem Eisenbahnbau ab 1877 harte Zeiten der Umstellung.
Zu Beginn des 19. Jahrhundert weilte Erzherzog Johann öfter im Ausseerland. Durch seine Verehelichung mit der Ausseer Postmeistertochter Anna Plochl wurde der Markt in weiten Kreisen bekannt; in seiner Vorliebe für das Steirische Salzkammergut fand Erzherzog Johann bald Nachfolger im Hochadel, bei Politikern, Künstlern und Wissenschaftern. 1868 wurde Aussee Kurort, 1911 wurde ihm der Titel "Bad" verliehen.
Die politischen Wirren der Ersten Republik fanden auch in Aussee ihren Niederschlag. Während des zweiten Weltkrieges wurde Aussee als Teil der "Alpenfestung", Rückzugsgebiet für NS-Regierungsstellen, Wehrmachts- und SS-Stäbe bzw. -truppenteile und Exilregierungen. Dennoch blieben dem Ausseerland große Kampfhandlungen und Bombenschäden erspart. Rund 700 Jahre nach der Markterhebung wurde Bad Aussee mit Wirkung vom 1. Jänner 1994 zur Stadt erhoben.
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